Echnaton (Reg. Daten 1351-1334 v. Chr)

9. König der 18. Dynastie, regierte 1351-1334 v. Chr. Geboren als zweiter Sohn von Amenophis III. und seiner Gemahlin Teje, bestieg er nach dem frühzeitigen Tod seines älteren Bruders Thutmoses den Thron. Mit ihm trat ein Herrscher auf die Geschichtsbühne, dessen revolutionärer Umbruch im theologischen Denken Ägypten eine völlig neue Wende gab und auch heute noch Anlass kontroverser Diskussionen ist
Echnaton erklärte die Sonne, Aton, zum einzigen Gott. Die Sonne ist für ihn Gott und ihr Wirken, bestehend aus Licht und Bewegung, sind die schöpfenden und lebenserhaltenden Kräfte. Daneben gibt es keine anderen Götter mehr, die Welt ist entmythologisiert und entmythisiert. Die Religion zeigt nun deutliche Aspekte einer Naturphilosophie und einer Offenbarungsreligion, dessen einziger Prophet Echnaton selbst ist, zusammen mit seiner Gemahlin Nofretete. Nofretete und Echnaton sind die einzigen, die zu ihm sprechen dürfen und zu denen Aton in Konstellation treten kann. Dieser theologische Diskurs erreichte unter der Regierung Amenophis III. einen vorläufigen Höhepunkt: In der "Neuen Sonnen-Theologie" war der Schöpfergott und Welterhalter der Sonnengott, der jeden Morgen aufging, die Erde mit seinem Licht belebte, um dann am Abend unterzugehen und sich in der Unterwelt zu regenerieren sowie den Verstorbenen Licht und neues Leben zu bringen. Dieser Sonnengott erhob sich zwar über alle anderen Götter, aber er handelte weiterhin im Kontext mit ihnen und vergaß auch die Verstorbenen in der Unterwelt nicht.